Forest Point 2026
Jugendgottesdienst bei Vollmond, Sonnenuntergang und Kerzenschein
Dora Szalay,
Auf dem unverbauten Storchenhügel mitten in Dietlikon trafen sich auch dieses Jahr wieder knapp 60 Oberstufenschülerinnen und -schüler aus den Hardwaldgemeinden Kloten, Bassersdorf, Opfikon/Glattbrugg, Wallisellen und Dietlikon zum gemeinsamen Jugendgottesdienst. Dass der Klimawandel Realität ist, spürten wir sofort: Die Wiese war so trocken, dass wir beim anschliessenden Spiel mehrmals in eine Staubwolke gehüllt wurden.
Der Abend wechselte zwischen besinnlichen und gemeinschaftlich-interaktiven Teilen. Zum Auftakt organisierte Lukas Zuber ein Spiel, bei dem mehrere Gruppen Fragen suchen mussten. Die Antworten liessen sie in der Mitte überprüfen. War eine Antwort richtig, durfte man würfeln und auf der Leiter der Spielkarte ein Stück hochklettern, bei einer falschen blieb man stehen. Gefragt war einiges: Wer ist mit der Dreifaltigkeit gemeint? Welche fünf Weltreligionen gibt es? Hat Gott die Bibel geschrieben? Und wie heisst die erhöhte Kabine, aus der früher oft gepredigt wurde?
Mut als roter Faden
Durch den Abend zog sich das Thema «Mut», zu dem uns Lukas Zuber und Monika Belluscio Gedankenanregungen mit auf den Weg gaben. Das Thema begegnet uns in der Bibel immer wieder, denn ihre Hauptakteurinnen und -akteure brauchten viel Mut und Gottvertrauen, um ihre Herausforderungen zu meistern. So etwa Josua, dem Gott vor dem Aufbruch ins Gelobte Land zuspricht:
«Sei mutig und stark! Hab keine Angst und verzweifle nicht. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst» (Josua 1,9). Gott löst nicht einfach unsere Probleme und nimmt uns
keine Herausforderung ab. Aber er ist mit uns auf dem Weg. Wir sind nicht allein, und das gibt Kraft weiterzugehen.
Passend dazu bastelten alle im Kreativteil einen «Mut-Karabiner» mit neonfarbenen Schnüren. Er lässt sich als Schlüsselanhänger nutzen oder an den Rucksack hängen, zusammen mit kleinen Plüschtieren und anderen Anhängseln. Der untere Knoten in der Schnur erinnert an etwas, wofür wir gerade Mut brauchen. Der obere erinnert daran, dass wir auf diesem Weg nicht allein sind. «Wer ist mit uns auf dem Weg?», fragte Monika Belluscio in die Runde. Eine Schülerin antwortete: «Mein Hund.» Eine andere: «Meine Familie.» Und schliesslich: «Gott.»
Kerzen, Lieder und ein Himmel zum Staunen
Um die Feuerschale, auf der zuvor die Marshmallows geröstet worden waren, versammelten wir
uns zum Gebet. Wir brachten unsere Anliegen und Fürbitten vor Gott und stellten als Zeichen
von Mut und Hoffnung Kerzen im Kreis um das Feuer. Zwischen den Teilen des Gottesdienstes
sangen wir unter der Leitung von Dora Szalay, Katharina Peter und Véronique Roth Lieder wie
«Heaven is a wonderful place» und «Laudato si». Den Schluss machte «Auf uns» von Andreas
Bourani. Für die mystische Stimmung sorgte der Himmel gleich mit: Der Vollmond stieg auf, die Voralpen leuchteten lila-rosa, und dazu ging die Sonne eindrücklich unter. Man wusste oft nicht, wohin man zuerst schauen sollte, zum Mond oder zur Sonne.
Zum Abschluss gab es einen feinen Dessert. Zur Wahl standen Marmorkuchen oder Zitronenkuchen, eine Qual der Wahl, die man gern in Kauf nahm.
Wir freuen uns schon auf den nächsten Forest Point!
(Text: Cédric Demuth)